RA Buchheister rettet zahlreiche Arbeitsplätze beim Markisen-Voss in Heggen

Aufatmen bei den meisten Beschäftigten der Paul Voss GmbH in Heggen. Der Geschäftsbetrieb des traditionsreichen Herstellers von Sonnenschutzsystemen, der ihm umgangssprachlich den Namen Markisen-Voss einbrachte, und der Aluminium-Gießerei, der im Dezember vorigen Jahres Insolvenz beantragen musste, ist an die neue Angstrom Voss GmbH übergegangen. Neuer Geschäftsführer ist Hans Ulrich Volz

Die Angstrom Voss GmbH ist die erste europäische Tochtergesellschaft der Angstrom Automotive Group, eines mittelständischen US-amerikanischen Unternehmens der Automobilzuliefererindustrie mit 400 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 120 Millionen US Dollar.

„28 Arbeitsplätze in Heggen konnten langfristig gesichert werden“, heißt es in einer Pressemitteilung. Zwölf Arbeitsverhältnisse, befristete, aber auch drei in Vollzeit, mussten beendet werden Dabei sei alles „korrekt verlaufen“, erklärte der sichtlich erleichterte Betriebsratsvorsitzende Uli Brömme, es sein Sozialplan aufgestellt worden und ein Interessenausgleich erfolgt.

Für die verbliebenen 28 Mitarbeiter wird es keine finanziellen Einbußen geben. Brömme zeigt sich optimistisch, dass es mit der Angstrom Automotive Group, die unter anderem auch Gussteile aus Aluminium herstellt, in Heggen schon bald wieder aufwärts gehen wird. Uli Brömme lobte insbesondere das große Engagement und professionelle Vorgehen von Insolvenzverwalter Martin Buchheister, dem es gelungen sei, gute Kunden zu halten und der den richtigen Partner für Voss gefunden habe. Buchheister hatte nach dem Insolvenzantrag die Firma Voss fortgeführt, stabilisiert, saniert und deren Wirtschaftlichkeit erhöht, so dass jetzt „die wesentlichen Vermögensgegenstände an die Angstrom Voss GmbH übertragen werden konnten“, heißt es in der Pressemitteilung.

Der Kontakt zu Hans Ulrich Volz, der bei der Angstrom Automotive Group für den Bereich Vertrieb und Standortentwicklung in Europa verantwortlich ist, kam durch ein zufälliges Zusammentreffen der beiden Lüdenscheider Buchheister und Volz zustande.

Volz: „Wir haben einen funktionierenden Betrieb vorgefunden. Besonders beeindruckt hat uns, dass die Mitarbeiter auch unter den erschwerten Bedingungen der Insolvenz voll mitgezogen haben. Wir wollen den bestehenden Geschäftsbetrieb zunächst stabilisieren und sehen die Chance, durch Synergien innerhalb der Gruppe Märkte in Nordamerika für bestehende Produkte zu erschließen und neue Kunden in Europa im Kernsegment Automotive zu erschließen.“

Doch auch die Voss-Produktpalette im Bereich Markisen sei interessant und habe durchaus eine Zukunft. In den USA sei der Sonnschutz durch Markisen kaum verbreitet, und mit den Voss-Produkten sehe man gute Chancen, dort auch im Bereich Wohnmobile erfolgreich sein zu können.

Der Standort Heggen biete die Kapazitäten, dort deutlich höhere Jahresumsätze zu generieren, als die 6 Millionen vor dem Insolvenzantrag.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: Im Vordergrund stehen die treuen Kunden des Unternehmens, die in gewohnter Qualität und Zuverlässigkeit weiter bedient werden sollen, und das Wohl der Mitarbeiter, die sich in den vergangenen Jahren mit großem Engagement für den Fortbestand des Unternehmens eingesetzt haben. Durch die finanzielle Unabhängigkeit der Angstrom Automotive Group können geeignete Investitionen und Vertriebsaktivitäten umgesetzt werden, durch die in den kommenden Jahren die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens ausgebaut werden soll.

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